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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stammzellenspende


Jockel
16.11.2008, 10:12:37
Erlebnisbericht Stammzellenspende im Sommer 2007

Im Frühjahr 2007 flatterte plötzlich ein Brief von der Knochenmarkspenderdatei aus Dessau ins Haus. Erst nur Fragezeichen: Knochenmarkspenderdatei wie, ach ja da war doch was, habe mich ja Ende der 90er Jahre Typisieren lassen. Kurz um, in dem Brief stand: Es würden gewisse Merkmale darauf hindeuten, dass man als Spender passen würde und ob man damit einverstanden wäre das das eingelagerte Blut ( anscheinend Reste der Typisierung ) nochmals analisiert wird. Kein Problem für mich denke ich, also Antwortschreiben ausgefüllt, in den mitgeschickten Briefumschlag gesteckt und ab in die Post. Die Zeit verging, doch eines morgens klingelt das Handy: Schönen guten Morgen, die Knochenmagspenderdatei aus Dessau, ließ eine freundliche Stimme vermelden. Wir haben ihr Blut nachtypisiert, es sieht gut aus, die Übereinstimmung zu einem Patienten ist recht gut. Wären sie bereit, wenn die weiteren Untersuchungen ergeben würden, dass es wirklich genau paßt, Stammzellen zu spenden? Kurze Überlegung meinerseits: Ja klar, wofür habe ich mich denn sonst Typisieren lassen. Kurz nach dem Telefongespäch kamen mit der Post dann die Unterlagen mit denen ich zu meinem Hausarzt gehen sollte. Also Termin geholt und zum Arzt. Bei dieser ersten Untersuchung ging es in der Hauptsache um eine Blutentnahme ( diese war zwar schon umfangreich, sollte später aber noch getopt werden ). Wieder vergingen einige Wochen, dann wieder ein Anruf der Spenderdatei aus Dessau: Wir haben mit ihren Blutproben nochmals einige Tests durchgeführt, alles paßt, sie wären der richtige Spender für einen an Leukämie erkrankten Patienten. Würden sie sich als Spender zur Verfügung stellen? Natürlich werde ich das tun, ist doch Ehrensache. Nach einigen weiteren Telefongesprächen mit der netten Dame aus Dessau wurde mir mitgeteilt, dass mein Spenderkrankenhaus das UKE Hamburg Eppendorf sein wird und dass ich im vorhinein dort einen Tag zu einer Voruntersuchung erscheinen solle. Der Termin für die Voruntersuchung und die Klärung über die Freistellung von der Arbeit übernahm, wie vieles, das Spenderegister aus Dessau. Ende Juli 2007 war der Termin der Voruntersuchung gekommen, zeitig machten meine Frau und ich uns auf in die Hansestadt. Angekommen am UKE galt es erst einmal das richtige Gebäude zufinden, was sich für ein Landei wie mich garnicht so einfach darstellte, da das Gelände der Unfallklink Eppendorf einer eigenen Stadt gleicht. Nachdem wir dann aber mit Klinkplan und etwas Hilfe die richtige Station gefunden hatten, ging es auch gleich los mit der Untersuchung. Als erstes wurde wieder Blut abgenommen oder eher gesagt abgezapft, dass so viel Blut aus meinem Körper kommen kann hätte ich nie für möglich gehalten. Anscheinend ist aber ja noch genug übergeblieben, denn sonst würde ich diesen Erlebnisbericht wohl kaum schreiben. Im Anschluß an die Blutabnahme erfolgte noch einiges an Untersuchungen, eigentlich kann man dieses auch als Rundumcheck bezeichnen. Zum Abschluß fand dann ein Gespräch mit der für die Spende zuständigen Ärztin statt, die einem alle Einzelheiten über die Spendenprozedur erklärte und zeigte. Zum Schluß gab es dann noch eine große Wundertüte, in der sich aber nach genauem Hinsehen nur einiges an Medikamenten verbarg. Ein Mittel zur Anregung der Stammzellenproduktion im Körper war zu erfahren und das Schmerzmittel? Ja, es kann zu ein wenig Schmerzen führen, da dem Körper eine Art Grippe vorgegaukelt wird, da das die Stammzellenproduktion fördert. Ca. 1 Woche nach dem Besuch in Hamburg wieder ein Anruf, diesesmal von der Spenderärztin, alle Untersuchungsergebnisse sind in Ordnung ihr Spendetermin ist der 30.08.07, bitte beginnen sie drei Tage vorher mit der Medikamenteneinnahme und finden sich am 30.08 um 8.00 Uhr in der Klink ein. Wie angeordnet begann ich drei Tage vor der Spende mit der Medikamentengabe. Das hieß für mich morgens zwei und abends eine kleine Spritze unter die Bauchdecke. Die ersten zwei Tage verliefen recht gut, ein bißchen Rückenschmerzen, mal ein leichtes ziehen im Nacken, war aber auszuhalten. Der ditte Tag war dann aber nicht mehr ganz so toll. Kopf – und Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, eigentlich tat alles weh, aber mit zwei Schmerztabletten war es auszuhalten. Am Abend vor der eigentlichen Spende machten meine Frau und ich uns dann auf den Weg ins, von der Knochenmarkspenderdatei gebuchten, Hotel in Hamburg ( übrigens ein sehr schönes Hotel ). An dieser Stelle sei vielleicht noch zu erwähnen, dass alle Kosten natürlich über die Spenderdatei in Dessau beglichen wurden.

So der Tag der eigentlichen Spende war gekommen. Nach zeitigem Aufstehen und einem kräftigen Frühstück ging es in die Klinik. Kurz nachdem Eintreffen ging es auch schon los. Eine nette Ärztin legte an jeden Arm einen Zugang, an dem ein Schlauchsytem angeschlossen wurde, dieses führte zum Herzstück der Anlage einem Zelleperator, in dem aus dem Blut die benötigten Stammzellen herausgefiltert wurden. Nach etwa 4,5 Stunden an der Maschine war die Prozedur beendet und die Zugänge und Schläuche wurden wieder entfernt. Nachdem nochmals das Bultbild kontrolliert worden war, konnte ich das Krankenhaus wieder verlassen. Ob die Anzahl der gespendeten Stammzellen ausreicht, sollte ich im Laufe des nachmittags telefonisch erfahren. Nach einem kurzen Abstecher in die Innenstadt von Hamburg ( kurz, weil ich mich nach der Spende doch etwas schlapp und müde fühlte, was mir aber in Krankenhäusern immer passiert. Liegt wohl an den vielen Betten) erhielt ich den ersehnten Telefonanruf. Die gespendeten Zellen reichten, ein weiterer Tag am Zellseperator blieb mir erspart. Nach einer geruhsamen Nacht im Hotel ging es am nächsten Tag dann wieder zurück nach Bad Bederkesa.

Mein Fazit: Zu einer Stammzellenspende wäre ich jederzeit wieder bereit. Die Betreuung durch die Knochenmarkspenderdatei war vorbildlich. Auch im Nachhinein wird sich um die Spender gekümmert und es finden einige Nachuntersuchungen statt. Nach ca. 8 Wochen erhielt ich einen Anruf aus Dessau und man teilte mir mit, dass es meinem Patienten schon bedeutend besser gehe. Ich denke, diese Nachricht wiegt alle Strapazen ( wenn man das so nennen will ) um ein vielfaches auf. Also liebe Leser, selbst schon Typisiert? Wenn nicht, wird es aber Zeit, denn helfen kann jeder, auch du. Und wer weiß, ob wir oder unsere Liebsten nicht auch mal Hilfe brauchen.

Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen. Mit besten Grüßen Jörg

Weiter Informationen zur Knochenmark - und Stammtellenspende findet ihr unter:

www.dkms.de und www.knochenmark.de

Arend
16.11.2008, 14:55:15
Danke!

Wirklich ein toller Bericht und auch eine verdammt gute Sache!

Luer
18.11.2008, 17:48:34
Ja richtig!

Ein weiterer wird demnächst folgen! :)

Maike
23.11.2008, 12:42:12
Alles begann auf dem Kirchentag 2007 in Köln. Beim Schlendern durch die Messehallen wurden mein Freund und ich darauf angesprochen, ob wir uns nicht als Stammzellspender typisieren lassen wollen. Kurzes Überlegen – Warum denn eigentlich nicht. Also haben wir uns von den netten Damen am Infostand der DKMS mal informieren lassen und uns anschließend typisieren lassen, in dem lediglich mit einem Wattestäbchen durch den Mund gewischt wurde.
Ein paar Monate später flatterte, dann die erste Post ins Haus mit einer ID-Karte, die nun neben dem Blutspenderausweis im Portemonnaie steckt.

Im Frühjahr 2008 lag dann wieder ein Brief von der DKMS im Briefkasten und ich wurde spontan daran erinnert, dass ich mich da ja hatte typisieren lassen. In dem Brief stand nun, dass ich in einigen Gewebemerkmalen mit einem erkrankten Patienten übereinstimme und dass ich mich möglichst bald unter der angegebenen kostenfreien Telefonnummer melden sollte. Das habe ich natürlich prompt gemacht, denn man ist da ja dann auch ein wenig aufgeregt und neugierig, was einen erwarten wird. Am Telefon hatte ich dann schnell eine sehr nette Dame, die mich fragte, ob ich immer noch zu einer Spende bereit wäre. Natürlich war ich da noch bereit zu! Daraufhin hat sie mir mögliche Verfahren und den Ablauf sehr genau erklärt und Fragen erläutert. Außerdem wurde ein Gesundheitsfragebogen durchgesprochen, der dem Brief bei lag. Letztendlich wurde mir mitgeteilt, dass für weitere Untersuchungen noch Blut von mir benötigt werde. Hiermit sollten dann weitere Gewebemerkmale bezüglich der Übereinstimmung mit dem Patienten überprüft werden. Dafür vereinbarte die DKMS einen Termin bei meiner Hausärztin für mich über den ich später per E-Mail unterrichtet wurde.

Zwei Wochen später fand ich mich also in der Praxis meiner Hausärztin, die bereits ein Paket mit dem nötigen Blutentnahmebesteck erthalten hatte. Da dieses allerdings nicht das alltägliche in einer Arztpraxis ist, haben die Arzthelferin, die Ärztin und auch ich erstmal ein wenig rumexperimentieren müssen, bevor mein Blut endlich aus der Vene in die vorgesehenen Röhrchen fließen konnte. Das war aber letztendlich sehr schnell geschafft.

Nun verging einige Zeit (dass wurde aber vorher bereits angekündigt) bis der nächste Brief kam. Die Blutentnahme war Anfang Juni und dieser Brief kam ca. einen Monat später. Darin stand nun, dass ich zwar die geeignete Spenderin für den Patienten wäre, dass dieser zu diesem Zeitpunkt aber noch keine Spende benötige und ich bis September für ihn zurückgestellt werde.

Ende August war das Ganze schon wieder nahezu vergessen, doch es kam erneut ein Brief in dem nun Stand, dass der Patient die Spende benötige und ich mich erneut unter der angegebenen Nummer melden solle. Wieder hatte ich einen netten Mitarbeiter am Apparat und nun wurde alles konkreter. Es wurden Termine und Orte abgesprochen und alle möglichen Fragen geklärt. Drei Tage später bekam ich dies alles noch einmal schriftlich, sowie ein Schreiben für die Universität, dass ich an den Tagen der Spende und Voruntersuchung nicht an den Veranstaltung teilnehmen kann.

Am 14.11. machte ich mich dann früh morgens auf den Weg von Halle nach Dresden zur Voruntersuchung. Dort, genau pünktlich um 8.30 Uhr im richtigen Haus angekommen, wurde ich freundlich begrüßt und erstmal zur Abgabe einer Urinprobe geschickt. Weiter ging es mit einem kleinen Orientierungslauf auf dem Gelände des Uniklinikums um ein EKG schreiben und ein Ultraschall vom Bauch machen zu lassen.Ausgestattet mit einem Lageplan hab ich aber alles gefunden. Die Untersuchungen waren mit einiger Wartezeit verbunden, aber ich hatte den Tag ja auch nichts anderes mehr vor und hatte mir ein wenig Arbeit mitgenommen. Anschließend ging es zurück zu der Station und dort wurde mir dann noch Blut abgenommen und was zu trinken angeboten. Danach gab es dann das Arztgespräch mit weiterer Untersuchung und einer ausführlichen Aufklärung über die Spende, mögliche Gefahren, sowie die Vorbereitung und Nebenwirkungen (man muss sich 4 Tage lang eine Medikament spritzen, welches dazu führt, dass die Stammzellen in das Blut ausgeschüttet werden). Ich habe vorher, glaub ich, noch nie erlebt, dass ein Arzt sich soviel Zeit nimmt.
Mit einer Tasche voll mit Spritzen, Tupfern, einem Spitzabwurf,..., natürlich dem Medikament und einer randvollen Packung Paracetamol konnte ich mich dann wieder auf den Heimweg machen.

Am 31.10. (Freitag) war es denn soweit und das mit dem Spritzen ging los. Es kostete mich zwar Überwindung mich selber zu spritzen (das ist bei anderen doch irgendwie einfacher), aber man gewöhnt sich an vieles. Leider kamen auch Mittags schon leichte Kopfschmerzen und Abends auch die ersten Rückenschmerzen, die mich dazu aufforderten mal einen Moment neben dem Sofa zu stehen, denn das ging besser als Sitzen und die erste Paracetamol zu nehmen. Samstag war das Ganze denn schon recht unangenehm und ich habe soviel Paracetamol genommen wie mir erlaubt worden war. Sonntag sollte, dann aber alles toppen. Es war wirklich schwer auszuhalten und nicht nur Rücken und Kopf taten weh, sondern auch die Oberschenkel und vor allem das Brustbein (Sternum) und die Rippen. Aus Verzweiflung hab ich dann die Bereitschaftsnummer der Ärztin angerufen, die ich vorsorglich bekommen hatte. Von da an durfte ich dann die volle Tagesdosis Ibuprofen nehmen und die Schmerzen waren nicht weg, aber für die nächsten zwei Tage zu ertragen. Montagabend kam ich dann mit meiner Begleitperson (Oma) in Dresden in einem wirklich netten Hotel an. Ein kurzer Ausflug in die Innenstadt zum Essen und dann ab ins Bett, denn ich wurde am nächsten Morgen um 8Uhr in der Uniklinik erwartet.
Nach einem leckeren Frühstück waren wir pünktlich da und es ging auch gleich los. Ich wurde auf einen bequemen Stuhl gesetzt, den man in alle Richtungen verstellen konnte und eine Schwester und eine Ärztin begannen mit den Vorbereitungen. Die Schwester legte in der linken Ellenbeuge eine Dialysekanüle (Nadel, die auch bei der Dialyse benutzt wird) und die Ärztin legte mir am rechten unter Arm einen normalen Zugang, durch den später das Blut zurück in meinen Körper geführt werden sollte. Das klappte auch wunderbar, während die Vene in der linken Ellenbeuge dem Sog leider nicht gewachsen war. Hier folgten nun noch zwei Versuche bis die Nadel gut lag und die Maschine ihre Arbeit aufnehmen konnte. Das Blut lief also aus dem linken Arm in die Maschine. Dort wurden mittels Zentrifugalkräften die Stammzellen rausgefiltert und das restliche Blut wurde über meinen rechten Arm zurück in meinen Körper geführt. Meinen linken Arm durfte ich nun nicht mehr bewegen, da er aber gut auf ein Kopfkissen und eine Wärmflasche gebettet war, schien das vorerst kein Problem zu sein. Um die nächsten Stunden zu überbrücken entschied ich mich nun erstmal einen der angebotenen Filme zu gucken.
Außer mir waren noch zwei andere Spender da, bei denen es weder starke Nebenwirkungen des Medikamentes gegeben hatte, noch wurden sie mehrmals gestochen.
Der in der Zwischenzeit im Labor ermittelte Stammzellwert in meinem Blut, war so hoch, dass ich zur Überraschung aller am nächsten Tag nicht wieder kommen musste. Bei der Voruntersuchung wurde ich schon darauf vorbereitet, dass ich als junge Frau keine Chance habe die geforderte Stammzellmenge für einen Patienten, der auch noch 20kg mehr wiegt als ich, zu erreichen. Aber ich hab es doch geschafft (zum Glück!!!, denn 4 Stunden ruhig sitzen ist nicht so meine Stärke).
Und auch sonst hat man während der Spende alles bekommen, was man so braucht, ob Essen oder Trinken (da hab ich aber lieber nicht so zugeschlagen, denn der Klobesuch wäre nicht so einfach gewesen mit Kanüle im Arm) und auch gegen das kribbelige Gesicht gab es gleich ein wenig Calcium.

Ziemlich kaputt bin ich mit meiner Oma dann nochmal schnell in die Innenstadt um was zu essen und wenigstens einen kurzen Blick in die Frauenkirche zu werfen. Anschließend sind wir zurück in das Hotel und bereits am selben Abend noch abgereist, damit ich nicht noch mehr in der Uni verpassen würde. Das Hotel war von der DKMS aber natürlich auch noch für die Nacht gebucht worden.

Letztendlich war das Ganze unschöner als ich es erwartet hatte, aber außer dass ich noch ein zwei Tage etwas kaputt war und einen blauen Fleck in der Ellenbeuge hatte, hab ich alles gut überstanden und würde das auch nochmal tun.

Es ist aber vielleicht noch zu sagen, dass ich ein etwas abschreckendes Beispiel bin, die anderen beiden Spender hatten kaum Nebenwirkungen und bessere Venen, also bitte nicht abschrecken lassen!

Ich hoffe, dass sich noch viele weitere Menschen typisieren lassen und so vielleicht Leben retten können.
Man muss immer daran denken, dass man selber auch in die Situation kommen kann, dass man selbst oder Verwandte und Bekannte einen Spender benötigen. Dann möchte man auch, dass es jemanden gibt der diese kleinen Strapazen auf sich nimmt um Leben zu retten.

Daniel
24.03.2011, 19:33:05
Moin

ich grabe dieses Thema mal wieder aus, da es für mich sehr akut ist.

Ich habe heute einen Termin bekommen. Am 05.04.11 habe ich in Hameln meine Voruntersuchung und am 26.04.11 soll mir mittels Punktion das Knochenmark aus dem Beckenkamm entfernt werden.

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden.

Viele Grüße
Daniel

Catman
26.03.2011, 18:42:40
Was für eine Trefferquote unter den Kameraden. Habe mir auch nochmal die langen und interessanten Berichte durchgelesen.
Wünsche jetzt schon einen guten Verlauf und Erfolg!!!!!!!

Daniel
05.04.2011, 17:37:15
Moin

Ich hatte heute meine Voruntersuchung zur Knochenmarkspende in Hameln.
Ich wurde dort sehr freundlich begrüßt und die ganzen drei Stunden immer gut begleitet und informiert.
Nach dem Ankommen und der Anmeldung musste ich einen allgemeinen Gesundheitsfragebogen und einen Narkosefragebogen ausfüllen. Anschließend wurden mir etliche Röhrchen Blut abgenommen und ich musste eine Urinprobe abgeben. Es folgt eine Ultraschalluntersuchung aller Organe im Bauchraum. Die Untersuchungen wurden abgeschlossen mit einem Lungenfunktionstest und einem EKG.
In einem Gespräch mit dem Anästhesisten wurden mir die Risiken und Nebenwirkungen der Narkose erläutert und er ging mit mir nochmals den Narkosefragebogen durch.
Zum Schluss fand noch ein ausführliches Gespräch mit der Oberärztin statt, die den Eingriff vornehmen wird. Sie erläuterte mir ausführlich, wie der Eingriff ablaufen wird und beantwortete meine Fragen hinsichtlich der Behandlung.

Ich fühle mich nun gut auf die Knochenmarkentnahme vorbereitet und werde Ende April ohne Angst zur Entnahme gehen.
Übrigens waren mit mir noch 6 oder 7 anderen Spender zur Voruntersuchung vor Ort.

Gruß Daniel

Lotte
05.04.2011, 21:02:06
Mensch Daniel, das hört sich doch klasse an...ich freue mich für dich, dass alles so gut geklappt hat bisher und für den Empfänger dass man einen Spender gefunden hat. Drücke dir die Daumen für den Eingriff und für die Genesung danach! :o)

Daniel
26.04.2011, 20:10:17
Moin

hier ein kurzer Zwischenbericht. Ich habe die operative Entnahme heute morgen gut überstanden. Ich liege noch im Krankenhaus und werde morgen früh entlassen. Wenn ich wieder zu Hause bin gibt's dann einen umfassenden Bericht.

Gruß Daniel

Lotte
26.04.2011, 22:12:47
Hey Daniel,

Das hört sich doch schon gut an. Komm schnell wieder auf die Beine und erhol dich ordentlich.

Gruß Tanja

Arend
26.04.2011, 22:13:08
Moin

hier ein kurzer Zwischenbericht. Ich habe die operative Entnahme heute morgen gut überstanden. Ich liege noch im Krankenhaus und werde morgen früh entlassen. Wenn ich wieder zu Hause bin gibt's dann einen umfassenden Bericht.

Gruß Daniel

Dann hoffe ich mal, dass du alles gut überstehst! :prost:

Daniel
28.04.2011, 22:12:20
Moin Moin

Hier nun wie versprochen mein Bericht zur Knochenmarkspende.
Am Ostermontag ging es los und ich machte mich auf den Weg ins Krankenhaus nach Hameln. Dort sollte ich mich auf der entsprechenden Station melden. Die Schwester nahm mir noch etliche Blutproben ab, bevor ich durch den leitenden Oberarzt begrüßt wurde. Er besprach mit mir nochmal den Ablauf des Entnahmetages und wir erledigten den Papierkram. Anschließend konnte ich mein Zimmer auf der Privatstation beziehen und den Rest des Tages die schöne Altstadt von Hameln erkunden. Am Abend kehrte ich ins Krankenhaus zurück, wo ich die Nacht verbrachte.
Am Tag der Knochenmarkentnahme wurde ich gegen 5:30 Uhr geweckt. Ich wurde auf die OP vorbereitet und durfte dann der normalen Körperhygiene nachgehen. Um kurz vor sieben Uhr wurde ich in den OP gebracht. Dort wurden mir die notwendigen Zugänge für die Narkose gelegt und die Narkose wurde eingeleitet. Während der Entnahme wurden mir 1300ml Flüssigkeit (Blut Stammzellengemisch) entnommen. Nach dem Aufwachen wurde ich wieder zurück auf die Station gebracht und durfte bis 14 Uhr nicht aufstehen. Ich lag auf zwei Sandsäcken, die als eine Art Druckpolster einen großen Bluterguss verhindern sollten. Ich verspürte leichte Druckschmerzen an den beiden Eingriffstellen und ich fühlte mich schlapp aufgrund der Narkose und des Flüssgikeitsverlusts. Nachdem ich ausreichend Wasser getrunken hatte und auch das Mittagessen genießen konnte, durfte ich um zwei Uhr das erste Mal wieder aufstehen. Das Bewegen fiel mir noch sehr schwer und ich hatte Schmerzen im Rücken. Es fühlte sich an, als hätte mir jemand kräftig in den Rücken getreten. Im Laufe des Tages sollte ich immer wieder kurze Spaziergänge auf der Station unternehmen.
Am Mittwoch wurde ich nach der Visite durch den Oberarzt entlassen und durfte nach Hause fahren.
Seit dem werden die Schmerzen von Tag zu Tag weniger und ich kann mich besser bewegen. Aber auch heute habe ich noch immer Schmerzen von der OP. Ich gehe aber davon aus, dass die Schmerzen bis zum Wochenende auch weggehen. Verglichen mit dem Nutzen, den die Knochenmarkspende hoffentlich hat sind diese Schmerzen jedoch unerheblich.
Bei der Verabschiedung aus dem Krankenhaus übergab mir der Arzt eine anonyme Dankeskarte des Empfängers. Das war schon komisch diese Dankeskarte zu lesen, obwohl noch nicht klar ist ob die Transplantation erfolgreich war.
Ich werde mich in den kommenden Tagen bei der DKMS erkundigen, wie es dem Empfänger geht.
So ich hoffe das dieser Bericht einen kleinen Eindruck vom Ablauf einer Knochenmarkspende gibt.

Gruß Daniel

Catman
23.08.2011, 19:35:23
Kurz, knapp, präzise und dennoch ausführlich. Dass du dich nach einem Erfolg deiner Spende erkundigen willst, finde ich richtig.
Danke nochmal für deinen Bericht.
Gruß Henric